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N. B. (nota bene)
| wohlgemerkt
n. c. i. (nominativus cum infinitivo)
| Nominativ mit Infinitiv, d. h. eine spezielle lateinische Satzkonstruktion
N. N. (Nomen nescio. - Nomen nominandum)
| Der Name ist noch nicht bekannt. - Der Name muß noch genannt werden.
Nabis sine cortice.
| Du wirst ohne Korkgürtel zu schwimmen lernen.
Nam castum esse decdet pium poetam / ipsum, versiculos nihil necesse est.
| Denn der Dichter selbst soll keusch und fromm sein, doch seine Verse brauchen es nicht.
Nam contemptu famae contemni virtutes.
| Wer nicht auf seinen Ruf achtet, achtet auch nicht auf die Tugend.
Nam cum aures hominum novitate laetantur, tum ad rationem vitae exemplis erudimur.
| Einerseits ergötzen sich die Ohren der Menschen an Neuigkeiten, andererseits lehren uns Beispiele, unser Leben zu gestalten.
Nam cum est omnium officiorum finis aliquis, tum optime libertati venia obsequio praeparatur.
| Denn wie alle Verpflichtungen ihre Grenze haben, so sichert man sich durch Entgegenkommen das Einverständnis mit der eigenen Meinung.
Nam doli non doli sunt, nisi astu colas, / sed malum maxumum, si id palam provenit.
| Denn List ist keine List, wenn sie nicht schlau eingefädelt wird, sondern eine äußerst peinliche Panne, wenn sie sich herumspricht.
Nam et delinquere humanum est et hominis maxime proprium ignoscere.
| Denn es ist menschlich, Fehler zu begehen, aber es zeichnet den Menschen auch aus, verzeihen zu können.
Nam et iis fidem habemus, quos plus intellegere quam nos arbitramur quosque et futura prospicere credimus et, cum res agatur in discrimenque ventum sit, expedire rem et consilium ex tempore capere posse; hanc enim utilem homines existimant veramque prudentiam.
| Denn Vertrauen schenken wir jenen, die nach unserer Ansicht mehr verstehen als wir und die, wie wir glauben, die Zukunft voraussehen und, wenn es darauf ankommt und Maßnahmen ergriffen werden müssen, die Lage bereinigen und aus der Situation heraus eine Entscheidung treffen; das halten die Menschen nämlich für sinnvolle und wahre Klugheit.
Nam et ipsa scientia potestas est.
| Wissen ist Macht.
Nam et non sentire mala sua non est hominis, et non ferre non est viri.
| Denn sein Leid nicht zu spüren ist unmenschlich, es nicht zu ertragen unmännlich.
Nam et qui gratificantur cuipiam, quod obsit illi, cui prodesse velle videantur, non benefici neque liberales, sed perniciosi assentatores iudicandi sunt.
| Auch wer einem eine Gefälligkeit erweist, die ihm schadet, obwohl sie sich den Anschein gibt, ihm zu nützen, ist nicht als wohltätig und großzügig zu beurteilen, sondern als gefährlicher Schmeichler.
Nam et qui occasionem praestat, damnum fecisse videtur.
| Auch wer eine Gelegenheit bietet, scheint einen Schaden verursacht zu haben.
Nam fides in praesentia eos, quibus resistit, offendit, deinde ab illis ipsis suspicitur laudaturque.
| Gewissenhaftigkeit erregt nur im ersten Augenblick bei denen Anstoß, die sie aufhält; später wird sie gerade von diesen geachtet und gelobt.
Nam frustra vitium vitaveris illud, / si te alio pravum detorseris.
| Denn vergebens wirst du den einen Fehler vermeiden, wenn du dich abwegig in einen anderen verrennst.
Nam fuit ante Helenam cunnus taeterrima belli / causa.
| Denn auch schon vor Helena war das weibliche Geschlecht der schändlichste Kriegsgrund.
Nam illa tumultu gaudens non est industria, sed exagitatae mentis concursatio, et haec non est quies, quae motum omnem molestiam iudicat, sed dissolutio et languor.
| Denn eine Betriebsamkeit, die sich am Trubel ergötzt, ist kein echtes Tätigsein, sondern das Vagabundieren eines aufgeregten Gemüts, und auch das ist keine Ruhe, die jede Bewegung als Belästigung auffaßt, sondern Abgespanntheit und Erschöpfung.
Nam iuvenes confusa adhuc quaedam et quasi turbata non indecent, senibus placida omnia et ordinata conveniunt, quibus industria sera, turpis ambitio est.
| Zur Jugend paßt noch eine gewisse Unausgeglichenheit und Draufgängertum, dem Alter ziemt alles Ruhige und Geordnete; für Betriebsamkeit ist es zu spät, Ehrgeiz wirkt skandalös.
Nam melius duo defendunt retinacula navem.
| Denn zwei Ankertaue sichern ein Schiff besser.
Nam neque adaugescit quicquam, neque deperit inde [...] / nec rerum summam commutare ulla potest vis.
| Denn weder wächst etwas hinzu noch geht etwas davon verloren, [...] und die Gesamtheit der Materie vermag keine Kraft zu verändern.
Nam nihil est melius bene quam docuisse iuventam.
| Denn es gibt nichts Besseres, als die Jugend gut auszubilden.
Nam non conveniens omnibus omnis erit.
| Denn nicht jede Farbe wird allen stehen.
Nam pigritia et haesitatio pugnam et inconstantiam ostendit. Quare audaciter licet profitearis summum bonum esse animi concordiam; virtutes enim ibi esse debebunt, ubi consensus atque unitas erit: dissident vitia.
| Trägheit und Unentschlossenheit zeugen von inneren Konflikten und Inkonsequenz. Deshalb darf man kühn behaupten, das höchste Gut sei seelische Ausgeglichenheit; denn an Tugenden kann es dort nicht fehlen, wo Übereinstimmung und Eintracht herrschen: uneins sind die Laster.
Nam plerisque longiore tractatu vis quaedam et pondus accedit.
| Das meiste erhält erst Kraft und Gewicht, wenn man sich länger damit beschäftigt.
Nam quae indotata est, ea in potestate est viri, / dotatae mactant et malo et damno viros.
| Eine Frau ohne Mitgift unterliegt der Gewalt ihres Mannes, Frauen mit Mitgift aber richten ihre Männer mit größtem Schaden zugrunde.
Nam quantum ferro, tantum pietate potentes / stamus: victrices temperat ira manus.
| Denn unsere Macht beruht ebenso auf der Milde wie auf dem Schwert: im Sieg mäßigt der Zorn seine Hand.
Nam quem ferret, si parentem non ferret suum?
| Denn wen könnte er ertragen, wenn er nicht einmal seinen eigenen Vater ertrüge?
Nam qui amat, quoi odio ipsust, bis facere stulte duco: / laborem inanem ipsus capit et illi molestiam affert.
| Wer den liebt, der ihn haßt, handelt doppelt töricht: er gibt sich selbst vergeblich Mühe und geht dem andern auf die Nerven.
Nam qui post factam iniuriam se expurget, parum mi prosit.
| Wer sich entschuldigt, nachdem er Unrecht getan hat, nützt mir wenig.
Nam quid homo est? animal certe stultum atque malignum / praeque aliis miserum, si se cognoscat ad unguem.
| Denn was ist der Mensch? doch ein törichtes und böswilliges Geschöpf, elend vor allen anderen, wenn er sich gründlich kennenlernt.
Nam quidam fallere docuerunt, dum timent falli.
| Denn manche haben andere zum Betrug erzogen, weil sie fürchteten, betrogen zu werden.
Nam quod adest praesto, nisi quid cognovimus ante / suavius, in primis placet et pollere videtur.
| Denn das Gegenwärtige gefällt und wirkt besonders auf uns, wenn wir nicht zuvor etwas Angenehmeres kannten.
Nam quod emas, possis iure vocare tuum.
| Denn was man kauft, kann man zu Recht sein eigen nennen.
Nam quod in iuventute non discitur, in matura aetate nescitur.
| Denn was man in der Jugend nicht lernt, weiß man im Alter nicht.
Nam recte fecisse bonis in parte lucrorum est.
| Denn rechtes Handeln ist für Gute als Gewinn zu verbuchen.
Nam sera numquam est ad bonos mores via.
| Denn der Weg zu gutem Benehmen ist nie zu spät.
Nam si hic mali est quicquam, em illic esthuic rei caput.
| Wenn nämlich etwas Böses dahinter steckt, hat er dort die Sache ausgeheckt.
Nam si violandum est ius, regnandi gratia / violandum est: aliis rebus pietatem colas.
| Denn wenn das Recht gebrochen werden soll, dann muß es um der Macht willen gebrochen werden: sonst ist es heilig zu halten.
Nam sibi ut quisque malit, quod ad usum vitae pertineat, quam alteri acquirere, concessum est non repugnante natura; illud natura non patitur, ut aliorum spoliis nostras facultates, copias, opes augeamus.
| Daß ein jeder das Nötige für den Lebensunterhalt lieber für sich als für andere erwirbt, das ist ihm zugestanden, da es nicht im Widerspruch zur Natur steht; doch die Natur duldet nicht, daß wir anderen etwas wegnehmen, um damit unsere Chancen, unsere Mittel, unsere Macht vergrößern.
Nam solum habere velle summa dementia est.
| Allein besitzen zu wollen ist äußerster Wahnsinn.
Nam stultum nimis est, cum tu pravissima temptes, / alterius censor ut vitiosa notes.
| Denn allzu töricht ist es, an einem anderen Fehler zu kritisieren, wenn man selbst Schändliches vorhat.
Nam timor unus erat, facies non una timoris.
| Die Furcht war zwar die gleiche, doch die Anzeichen der Furcht waren verschieden.
Nascentes morimur, finisque ab origine pendet.
| Schon bei der Geburt beginnen wir zu sterben, und das Ende hängt am Anfang.
Nascimur in lacrimis, lacrimabile ducimus aevum; / clauditur in lacrimis ultima nostra dies.
| Unter Tränen werden wir geboren, wir führen ein tränenreiches Leben, unter Tränen endet unser letzter Tag.
Nascimur uno modo, multis morimur.
| Auf die Welt kommen wir alle auf die gleiche Art, wir sterben auf viele Arten.
Nascitur exiguus, sed opes acquirit eundo.
| Ein Strom ist an seiner Quelle klein, doch in seinem Lauf gewinnt er Stärke.
Nasciturus pro iam nato habetur, quotiens de commodis eius agitur.
| Die Leibesfrucht gilt als geboren, soweit dies ihrem Vorteil dient.
Naso suspendis adunco / ignotos.
| Du rümpfst die Nase über Namenlose.
Nati sumus ad congregationem hominum et ad societatem communitatemque generis humani.
| Wir sind geboren zur Geselligkeit und zur Gemeinschaft und Verbundenheit mit der Menschheit.
natione magis quam ratione barbarus
| mehr seiner Herkunft nach als seinem Denken nach ein Barbar
Natum virga docet et moribus instruit, ergo / qui parcit tergo, non amat, immo nocet.
| Die Rute belehrt den Sohn und bringt ihm Benehmen bei, wer also sein Hinterteil schont, liebt ihn nicht, ja, er schadet ihm.
Natura abhorret vacuum.
| Die Natur verabscheut die Leere.
Natura alterum alterius indigere voluit.
| Die Natur wollte, daß einer den anderen braucht.
Natura cavillationis (quam Graeci sojithn appellaverunt) haec est, ut ab evidenter veris per brevissimas mutationes disputatio ad ea, quae evidenter falsa sunt, perducatur.
| Das Wesen des Trugschlusses, den die Griechen 'Sofites' genannt haben, besteht darin, daß die Rede vom offensichtlich Wahren durch geringfügige Veränderungen auf das offensichtlich Falsche gebracht wird.
Natura cupiditatem ingenuit homini veri videndi.
| Die Natur hat dem Menschen das Streben nach Erkenntnis der Wahrheit eingepflanzt.
Natura dedit usuram vitae tamquam pecuniae, nulla praestituta die.
| Die Natur hat uns das Leben zum Nießbrauch gegeben wie ein Darlehen, für das im voraus kein Rückzahlungstermin festgelegt wurde.
Natura duce errare nullo modo possumus.
| Unter Führung der Natur können wir auf keine Weise irren.
Natura enim duce utendum est.
| Man muß sich nämlich der Führung der Natur anvertrauen.
Natura enim humanus animus agilis est et pronus ad motus; grata omnis illi excitandi se abstrahendique materia est.
| Seinem Wesen nach ist der Mensch rege und leicht zu motivieren; jede Gelegenheit ist ihm willkommen, sich mit Begeisterung einer Sache zu widmen.
Natura enim simplex.
| Die Natur ist nämlich einfach.
Natura est paucis contenta.
| Die Natur ist mit wenigem zufrieden.
Natura in minimis maxima.
| Die Natur zeigt sich in Kleinigkeiten am größten.
Natura inest in mentibus nostris insatiabilis quaedam cupiditas veri videndi.
| Von Natur aus steckt in uns das unersättliche Verlangen, die Wahrheit zu erkennen.
natura naturans
| die schaffende Natur (bei Spinoza gleichgesetzt mit Gott)
natura naturata
| die geschaffene Natur (bei Spinoza gleichgesetzt mit der Welt)
Natura nihil facit frustra, non deficit in necessariis nec abundat in superfluis.
| Die Natur macht nichts ohne Zweck und läßt es an nichts Notwendigem fehlen, noch bietet sie viel Überflüssiges.
Natura non facit saltus.
| Die Natur macht keine Sprünge.
Natura non potest falli.
| Die Natur läßt sich nicht hintergehen.
Natura optima dux est.
| Die Natur ist die beste Führerin.
Natura potentior arte.
| Die Natur ist mächtiger als die Kunst.
Natura quidem omnis novitatis incrementis adversa nobilitas.
| Die Adligen sind die natürlichen Feinde des Aufstiegs eines jeden Neulings.
Natura sanat, medicus curat morbos.
| Die Natur heilt die Krankheiten, der Arzt behandelt sie.
Natura semina nobis scientiae dedit, scientiam non dedit.
| Die Natur hat uns die Anlage zum Wissen gegeben, nicht das Wissen selbst.
Natura tamen infirmitatis humanae tardiora sunt remedia quam mala.
| Aufgrund der menschlichen Schwachheit wirken jedoch die Heilmittel langsamer als die Leiden.
Natura) crebro tamquam ex industria malos e bonis, agrestes ex doctioribus et ceteros huiuscemodi seu contra gignit.
| Die Natur läßt oft, als wäre es ihre Absicht, aus Guten Schlechte, aus ziemlich Gesitteten Flegel und sonstige derart oder ihr Gegenteil hervorgehen.
Naturae sequitur semina quisque suae.
| Jeder entfaltet seine Naturanlagen.
Naturae vero rerum vis atque maiestas in omnibus momentis fide caret, si quis modo partes eius ac non totam complectatur animo.
| Die Kraft und Erhabenheit der Natur in all ihren Erscheinungsformen übersteigt unseren Glauben, wenn jemand nur ihre Teile und nicht sie als Ganzes erfaßt.
Naturale est magis nova quam magna mirari.
| Es ist völlig natürlich, mehr das Neue als das Große zu bewundern.
Naturales divitias parabiles esse, quod parvo esset natura contenta.
| Natürliche Reichtümer stehen zur Verfügung, da die Natur mit wenigem zufrieden ist.
Naturali iure omnium communia sunt illa: aer, aqua profluens et mare et per hoc litora maris.
| Nach dem Naturrecht sind Gemeingut aller: Luft, fließendes Wasser, das Meer und damit auch die Meeresküste.
Naturali iuri consuetudine derogari non potest.
| Naturrecht kann nicht durch Gewohnheit außer Kraft gesetzt werden.
Naturalia enim iura civilis ratio perimere non potest.
| Ein bürgerlicher Grund kann natürliche Rechte nicht außer Kraft setzen.
Naturalia iura immutari non possunt.
| Natürliche Rechte können nicht abgeändert werden.
Naturalia non sunt turpia.
| Was natürlich ist, ist keine Schande.
Naturalia quidem iura, quae apud omnes gentes peraeque servantur, divina quadam providentia constituta semper firma atque immutabilia permanent: ea vero, quae ipsa sibi quaeque civitas constituit, saepe mutari solent vel tacito consensu populi vel alia postea lege lata.
| Die natürlichen Rechtsgrundsätze, die bei allen Völkern gleichermaßen beachtet werden und gewissermaßen in der göttlichen Vorsehung gründen, bleiben immer fest und unveränderlich; die aber, die sich jeder staatliche Verband selbst gibt, ändern sich gewöhnlich oft durch stillschweigende Übereinkunft des Volks oder durch spätere Gesetze.
Naturaliter videtur possidere is, qui usumfructum habet.
| Wer den Nießbrauch hat, gilt als Besitzer einer Sache.
Naturam abscondit, cum improbus recte facit.
| Sein wahres Wesen verbirgt der Schurke, wenn er richtig handelt.
Naturam expellas furca, tamen usque recurret.
| Auch wenn du die Natur mit der Mistgabel vertreibst, sie wird immer wieder zurückkehren.
Naturam frenare potes, sed vincere numquam.
| Die Natur kann man zähmen, aber nie besiegen.
Naturam non matrem esse humani generis, sed novercam.
| Die Natur ist nicht die Mutter, sondern die Stiefmutter des Menschengeschlechts.
Naturam non nisi parendo vincimus.
| Wir besiegen die Natur nur, wenn wir uns ihr unterordnen.
Naturam quidem mutare difficile est.
| Es ist nämlich schwer, sein Wesen zu ändern.
Naturam vero appello legem omnipotentis / supremique patris, quam prima ab origine mundi / cunctis imposuit rebus iussitque teneri / inviolabiliter, dum mundi saecla manerent.
| Unter Natur verstehe ich das Prinzip des allmächtigen und höchsten Vaters, das er zu Beginn der Welt allem zugrunde gelegt hat und unverletzlich zu bewahren befahl, solange die Welt besteht.
naufragia ex terra intueri
| dem Schiffbruch vom Land aus zusehen
Naufragium rerum est mulier male fida marito.
| Eine untreue Frau ist der Ruin des Mannes.
navem in portu mergere
| im Hafen (d. h. am Ziel) Schiffbruch leiden
navibus atque / quadrigis
| mit Schnellseglern und Vierspännern
Navigare necesse est, vivere non est necesse.
| Seefahrt ist notwendig, Leben nicht.
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